Klimaanpassung im Quartier: Vom Wissen ins Handeln kommen

Monika Fontaine-Kretschmer, NHW-Geschäftsführerin und Sprecherin des Bundesverbands DIE STADTENTWICKLER, hält einen Vortrag mit Mikrofon in der Hand
Monika Fontaine-Kretschmer, NHW-Geschäftsführerin und Sprecherin des Bundesverbands DIE STADTENTWICKLER, leistete mit ihrem Impulsvortrag „Gemeinsam handeln – Klimaanpassung im Quartier konkret" einen zentralen Beitrag zum Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Köln. Foto: Bundesverband Die Stadtentwickler

Fachforum beim Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Köln fordert integrierte Strategien und mehr Umsetzungskraft

Köln / Frankfurt am Main - Klimaanpassung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Stadtentwicklung. Wie Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planung und Wissenschaft gemeinsam klimaresiliente Quartiere schaffen können, stand im Mittelpunkt des Fachforums „Transformationsaufgabe Klimaanpassung stärken“ beim 19. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Köln.

Veranstalter des Fachforums waren der Bundesverband DIE STADTENTWICKLER und der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung. Es wurde deutlich, dass viele Kommunen bereits über Klimarisikoanalysen, Hitze- und Starkregengefahrenkarten sowie geeignete Konzepte verfügen. Die entscheidende Herausforderung ist, dieses Wissen konsequent in konkrete Maßnahmen zu überführen.

Monika Fontaine-Kretschmer mit Impulsvortrag und im Gespräch

Einen zentralen Beitrag leistete Monika Fontaine-Kretschmer, NHW-Geschäftsführerin und Sprecherin des Bundesverbands DIE STADTENTWICKLER. In ihrem Impulsvortrag „Gemeinsam handeln – Klimaanpassung im Quartier konkret“ erläuterte sie, worauf es bei der Umsetzung von Klimaresilienz im Bestand und im Quartier ankommt. Im anschließenden Gespräch mit Ina Zerche (complan Kommunalberatung GmbH), ging Fontaine-Kretschmer auf die Voraussetzungen für erfolgreiche Klimaresilienz-Projekte ein.

Sie machte deutlich, dass Klimaanpassung mehrere Ebenen umfasst: den baulichen Hitzeschutz, die Kommunikation mit Mieterinnen und Mietern sowie die klimaangepasste Gestaltung von Außenanlagen und Freiräumen. Gerade bei älteren Baumbeständen und veränderten klimatischen Bedingungen seien sorgfältige Analysen und langfristige Strategien erforderlich. Notwendig seien unter anderem ausreichende Fördermittel, klare Zuständigkeiten und ein Klimaanpassungskonzept, das die lokalen Risiken und priorisierten Maßnahmen festlegt. Ebenso wichtig seien eine kontinuierliche Kommunikation mit den Beteiligten und ein Monitoring, das die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen überprüft.

„Klimaanpassung wird zum Erfolgsfaktor, wenn Kommunen und Bestandshalter ihre unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen und aus gemeinsamen Konzepten konkrete Projekte entwickeln“, betonte Fontaine-Kretschmer. „Entscheidend ist, vorhandenes Wissen konsequent in die Umsetzung zu bringen – im Gebäude, im Quartier und im öffentlichen Raum.“

Klimaanpassung ressortübergreifend verankern

In den anschließenden Podiumsdiskussionen wurde erörtert, wie Klimaanpassung systematisch in Stadtentwicklungsprozesse integriert und von der Risikoanalyse zur Umsetzung geführt werden kann. Im Fokus standen Strategien, Instrumente und Erfahrungen aus der kommunalen Praxis, der Wohnungswirtschaft und der Stadtentwicklung.

Deutlich wurde, dass Klimaanpassung nicht als isoliertes Fachthema behandelt werden darf. Sie muss mit Fragen der Wohnraumversorgung, Mobilität, Energie, Wasserwirtschaft, Freiraumplanung und sozialen Stadtentwicklung verbunden werden. Dafür braucht es verlässliche Finanzierungen, ausreichend personelle Kapazitäten sowie geeignete rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen.

Klares Fazit des Fachforums: Die Grundlagen für klimaresiliente Stadtentwicklung sind vielerorts vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung zu beschleunigen und Klimaanpassung im kommunalen Alltag sowie in den Quartieren sichtbar und wirksam zu machen.