Kultur-Jugendherberge Gotha eröffnet: Paradebeispiel für komplexe Stadtentwicklung
Nach fast 25 Jahren hat Gotha wieder eine Jugendherberge – mitten in der historischen Altstadt. Die ProjektStadt Weimar, Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) in Thüringen, hat das Projekt als Sanierungsträger und Beraterin über viele Jahre begleitet.
Gotha / Weimar - Am 20. Januar 2026 wurde die neue Kultur-Jugendherberge im Beisein von Nicole Groß (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Prof. Dr. Mario Voigt (Ministerpräsident Freistaat Thüringen), Katja Wolf (Thüringer Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin), Steffen Schütz (Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur), Knut Kreuch (Oberbürgermeister Stadt Gotha) und Prof. Dr. Günther Schneider (Präsident DJH Hauptverband) offiziell eröffnet.
150 Übernachtungsplätze in 45 Zimmern
Der Weg dorthin war ein Paradebeispiel für komplexe Stadtentwicklung. Die neue Jugendherberge entstand durch die Sanierung und Umnutzung mehrerer leerstehender Plattenbauten. Dank der engen Abstimmung aller Beteiligten konnte ein modernes, barrierefreies Haus mit 150 Übernachtungsplätzen in 45 Zimmern – darunter Ein- bis Sechsbettzimmer und Apartments, alle mit eigenem Bad und teilweise barrierefrei – sowie vielfältigen Angeboten für junge Gäste geschaffen werden. Für Gruppen stehen vier Seminarräume zur Verfügung, der größte mit Platz für bis zu 120 Personen. Ein Highlight ist das Versorgungsangebot durch eine eigene Küche mit angestelltem Koch. Die Möblierung der Zimmer – Betten und Schränke – wurde in der Schreinerei der diakonischen Zoar-Werkstatt in Rheinland-Pfalz gefertigt, eine Einrichtung, die Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit bietet, am Arbeitsleben teilzuhaben.
Modernes, barrierearmes Leuchtturmprojekt mit inklusivem Touch
Das Projekt wurde durch die Zusammenarbeit zahlreicher Partner ermöglicht: Die Stadt Gotha initiierte das Vorhaben, die Baugesellschaft Gotha mbH fungierte als Eigentümerin und Bauherrin, das Deutsche Jugendherbergswerk übernimmt den Betrieb, das Thüringer Landesverwaltungsamt unterstützte als Fördermittelgeber.
„Als ProjektStadt durften wir dieses Vorhaben vom Fassadenwettbewerb 2015/2016 über die ersten Planungsentwürfe 2017 bis hin zum umfassenden Fördermittelmanagement begleiten“, betonte Projektleiterin Alice Dinger. „Trotz baulicher Hürden und unvorhergesehener Verzögerungen ist es gelungen, ungenutzten Bestand in ein modernes, barrierearmes Leuchtturmprojekt zu verwandeln.“ Nach der baulichen Fertigstellung im September 2025 und einer erfolgreichen Probephase startet die 16. Thüringer Jugendherberge ab April 2026 den regulären Betrieb.